Ein Tagesausflug nach Amsterdam

Als ich damals ein Wochenende in Zandvoort verbrachte, zog es mich irgendwie auch einen Tag lang nach Amsterdam. Amsterdam war schon länger ein Traum von mir gewesen und so habe ich ihn dann endlich einmal wahr gemacht. Ich setzte mich also in den Zug und fuhr voller Vorfreude nach Amsterdam. Dort angekommen marschierte ich vom Bahnhof aus hinunter in die Stadt und nahm sofort den Marihuanageruch wahr, der sich überall in der Stadt verteilte. Da ich das absolut nicht gewöhnt war, fühlte ich mich relativ schnell etwas benebelt, vielleicht hab ich es mir auch nur eingebildet aber allein schon diese Erinnerung an dieses Gefühl verbinde ich mit etwas negativem wenn ich an Amsterdam zurück denke. Ich hätte echt nicht gedacht, dass mir jemals meine selbst ausgesuchten Reiseziele einmal nicht gefallen könnten und so kam es dann, wie es kommen musste. Amsterdam gefiel mir nicht. Es war schon allein dieser Weg runter in die Stadt vom Bahnhof, dem ich irgendwie nichts schönes abgewinnen konnte und als ich dann in der Stadt angekommen war, hielt dieses Gefühl auch noch an, egal wo ich lang lief. Ich kann es mir selbst nicht genau erklären, wieso diese Stadt mir nicht gefallen hat, wo doch normalerweise immer alle so begeistert von ihr sind und mich immer mit großen Augen anstarren, wenn ich sage, dass mir Amsterdam nicht gut gefallen hat. Aber manchmal ist es eben so. Manchmal schafft es eine Stadt, ein Land oder eine Insel eben nicht bis in dein Herz. Ich lief weiter bis zum Anne Frank Haus, über Brücken und an einigen Grachen vorbei und stellte mich dann endlich in der Warteschlange am Anne Frank Haus an. Ich war schon immer ein Fan von Anne Frank und finde ihre Geschichte einfach sehr bewegend und dementsprechend war ich total davon beeindruckt, dass Hinterhaus in der Prinsengracht 267 in Amsterdam endlich mit eigenen Augen sehen zu können. Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben das man hat, wenn man dort hindurch läuft, an den zugeklebten Fenstern vorbei die kein Licht herein lassen… ich stelle es mir schrecklich vor, so gelebt haben zu müssen und die Tatsache, das wir Menschen es überhaupt zugelassen haben und es teilweise immer noch zulassen, dass sich Menschen verstecken müssen, nur weil sie einen anderen Glauben oder eine andere Meinung haben. Immerhin leben wir doch jetzt im Jahr 2018, in einer modernen Welt, die immer lauter und schneller wird. Da fragt man sich doch, wie da überhaupt noch Zeit für solch eine Unmenschlichkeit sein kann? Wir sollten auch in einer Zeit, in der die meisten Menschen nur noch an sich denken, versuchen, nicht wegzusehen und solche Ungerechtigkeiten nicht einfach hinnehmen. Und vor allem sollten wir uns daran erinnern, dass wir alle nur Menschen sind und keiner besser ist als der andere, nur weil er der Meinung anderer nach einen besseren Glauben, mehr Geld oder eine bessere Ausbildung besitzt. Wir sollten uns daran erinnern, die Menschlichkeit nicht zu verlieren, in einer Zeit, die immer schneller und egoistischer wird. Und genau deswegen möchte ich euch einen Besuch im Anne Frank Haus ans Herz legen, um euch wieder an all diese Dinge zu erinnern. Es lohnt sich meiner Meinung nach wirklich, dort einmal gewesen zu sein und hinterher nochmal darüber nachzudenken, um daraufhin vielleicht etwas an seinem eigenen Verhalten zu verändern.

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Die Prinsengracht 267 in Amsterdam 

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